In einer Welt ohne Farbe leben

Schwarz oder weiß

Farben die keine Farben sind. Meine Welt ist grau geworden.
Von CT zu CT von Blutabgabe zu Blutabgabe

Navigationsmenü I 1 oder O I Gedanken I Je näher I Inception I Die Folgen I Krass gut I Rückblick I Schwarz/Weiß I Zwänge I CT zu CT I Mein Totem I Ende


1 oder 0 I Leben oder Tod I Leben mit Krebs

Oder bewege ich mich im grauen Bereich. Bin ich die 0,5. Bin ich am Leben oder am Sterben. Ist das Glas halb voll oder halb leer. Der Blick aus meiner orangenen Brille. Die Begegnungen mit den Computertomografien sind Inhalt dieses Blogbeitrages. Meine Gedanken, Gefühle aus meiner Perspektive als Nierenkrebspatient.

Ist dein Glas halb voll, oder fast leer. Der Blickwinkel der Dinge

Gedanken vor und nach einem CT

Die Perspektive/ Der Blick auf die Dinge

In meinem Fall auf der Suche nach Metastasen, Ihre Größe, Anzahl und Entwicklung. Die Gedanken zu

Je näher ein CT rückt

Abfahrt

Eine Abfahrt der Gefühle je näher das CT kommt
kommt die Ungewissheit. Die Frage kam von meiner Freundin:

Die Inception

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich die Inception. Der Keim wurde in meinem Gehirn gepflanzt, bevor ich mir selbst Sorgen machen konnte. Nun hatte ich Ängste, was wenn das CT nicht so läuft. Was mache ich dann? Ich war nun in meiner Traumwelt unterwegs, und machte mir Gedanken über den Keim der mir eingepflanzt wurde.

Was ist eine Inception
Normalerweise haben die Leute ein Interesse daran Gedanken oder Wissen aus einem Kopf herauszuholen, die sogenannte Extraktion, oder der Gedankenraub. In diesem Fall ist das Gegenteil der Fall. Ein Gedanke wird eingepflanzt. Der Keim der wachsen soll. Die Inception.

Hast du keine Angst?

Verständnis

Der Einsatz von einem Gedankenkeimling. Dieser wächst heran. Er ist nicht zu sehen, kaum wahr zu nehmen. Wenn er dann groß genug ist, kann an nichts mehr anderes gedacht werden. Der Eingriff in meine Traumwelt.


In meinem Fall war es kein Gedanke, sondern Krebs als neuer ständiger Begleiter. Ein Nierenzellkarzinom, ganz klein und über eine ganze Weile unbemerkt herangewachsen. Er ist jetzt nicht mehr zu übersehen. Ich habe ihn mehr als wahrgenommen, den Schmerz den der Krebs mir bereitete.

Der Gedanke der mir eingepflanzt wurde war Zweifel oder das Synonym davon, die Angst.

Ein sehr lohnenswerter und unterhaltsamer Film. Der Hollywoodblockbuster von Christopher Nolan`s Inception, ist aus mehreren Blickwinkeln sehenswert und deutbar. Ein ausführliches Filmreview, hier unter diesem LINK


Die Auswirkungen I Folgen

Knick in der Optik

Der Keimling war Angst. Dieser war nun gesetzt. Er konnte nun vor sich hin gedeihen. Je näher der Tag kommt vom CT, desto stärker werden Hoffnung und Angst gleichzeitig bei mir.

Lief es doch vom Mindset sehr stabil bisher, doch nun hatte ich die Erwartungshaltung, dass es jetzt so weiter geht. Die Frage wäre doch jetzt nur, wie sehr die Tumore schrumpfen.

Ich war positiv eingestellt und die Umwelt spürte meine neue Lebensenergie und Aura. Ich fand seit nun 10 Tagen, meine neue Berufung, das Bloggen. Hätte ich nie gedacht, das ich mal Blogger werde. Als ehemaliger BWLèr nen Social Blog zu betreiben hätte ich selbst nicht erwartet von mir. Das Ganze auch noch über ne unangenehme todbringende Krankheit schreibe. Nun ist es so.

Es tut echt gut, das Schreiben. Mir gewisse Gedanken über die Themen zu machen, die auf mich gerade einwirken, manchmal auch einprasseln. Hier all diese Gedanken nieder schreiben zu können. Intensiv diese Informationen zu verarbeiten und für mich Rückschlüsse daraus zu ziehen. Bei all diesen Dingen hilft mir dieser Block.

Ich überarbeite die Texte mehrfach und fühle mich immer wieder aufs Neue mit dem Thema konfrontiert. Bei diesem Prozess, der In your Face (In dein Gesicht) Taktik, habe ich festgestellt.

Krass tut mir das gut!

Die Traumwelt

Ein Stein weniger, nach dem ersten verfassten Blogartikel. Der Stein aus meinem unsichtbaren Sack wird leichter. Den ich durch die Gegend trage. Der mich nach unten zieht. Oder ich werde stärker von Blogartikel zu Blogartikel. Der Sack wird angenehm leicht. Vielleicht gehen da noch einige Wanderungen. Hier auf dem Blog kann ich mich auf die neuen Wanderungen vorbereiten, ganz nebenbei noch die Krankheit vergessen.

Ähnliche Gefühle habe ich persönlich von der bevorstehenden Computer Tomographie am 03.08.21. Mal sehen wie es läuft. Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon gewisse Ängste. Möchte aber selbst entscheiden, wann ich diese zeige.

Ich bin voller Hoffnung, aber die Angst wird größer um meinen Gesundheitszustand. Mental war ich doch eigentlich noch stärker geworden. Aber trotzdem kamen die Zweifel. Je näher das CT kommt.

Im ersten CT für unheilbar krank erklärt, im vierten die unglaubliche Wende. Alle Tumore schrumpfen. Im fünften CT, was erwarte ich, ja was erwarte ich eigentlich.
Wenn ich mir mein Gewicht betrachte, müsste ich mir Sorgen machen.
Wenn ich mir überlege, wie ich mittlerweile mit dem Thema umgehen kann, bin ich voller Hoffnung und Vorfreude auf das neue Unbekannte. Die Aussichten auf die ersten Ergebnisse über weitere positive Entwicklung würden meine Motivation voran zu kommen mit dem Blog verstärken. Sollte das CT eine negative Entwicklung aufzeigen, werde ich mit Hilfe von dem Blog, das kurze Tief hinter mir lassen. Mein Leben weiter leben, wie ich es mag, bewusster denn je. Mit den Liebsten um mich herum. Auch wenn diese von Schwarz und weiß; von 1 oder 0; Leben oder Tod geprägt sind.

Bewege ich mich in der Grauzone; bin die 0,5; oder da, wenn ich nicht mehr da bin.

Rückblick und Resonanz

Die Mindmap

Durch das Bloggen haben sich manche Personen im Netzwerk von mir, mir gegenüber geöffnet. Eine wirklich schöne Erfahrung, gleichzeitig aber auch eine Bürde. Ich musste erstmal schlucken, was da so los war. In den stillen Kämmerchen mancher Freunde und mancher Bekannten. Gar nicht so leicht mit dem Gefühlsirrsinn klar zu kommen. Klare Gedanken zu fassen. Also fange ich wieder an mich an den Laptop zu setzen und fange an zu schreiben.

Einige haben mir ihre ehrlichen Worte gesagt, ihre Ängste geschildert aber auch ihre Hoffnung geteilt. Die sie mit mir oder dem Blog haben. Das gibt einem kranken Menschen Kraft und Mut, in meinem Fall, ganz besonderer Balsam für die Seele. War ich doch sonst 5 Sterne Bewertungen fürs Burger braten gewöhnt. So habe ich es empfunden und fühle es noch heute.

Die zeitlichen Abstände zwischen den CT`s werden größer.

Da ich gerade in der körperlichen Lage bin, meine Zeit in dieses Projekt zu stecken, will ich sie entsprechend nutzen. Einfach Schreiben und alles loswerden an Ballast, was ich durch die Gegend trage! Frei sein, von all den Zwängen. Zum Artikel „Frei sein“ geht es über den Link. Weiter mit Schwarz oder weiß.

Schwarz oder weiß I 1 oder 0 I Leben oder Tod

Die Herausforderung

Was hat ein CT für einen Krebskranken zu bedeuten. Für mich ist es, Schwarz oder weiß, für die Informatiker 1 oder 0, für die Ärzte Leben oder Sterben!

Das ist nun mein 5tes CT innerhalb von 15 Monaten Krankheit. Quasi alle 3 Monate wird mal nachgeschaut, wie sich der Verlauf an metastasierten Tumoren entwickelt hat. Das 4te CT, war ein schulmedizinisches Wunder. Alle Tumorherde waren am schmelzen.

Kann dieser Glücksschein, der 6er im Lotto mit Superzahl, nochmal einen Gewinn ausschütten, geht es so weiter jetzt. Oder war es eine einmalige Entwicklung, das Schrumpfen.

Was gibt es schöneres, wenn die Ärzte dir sagen, all ihre Tumore sind ausnahmslos am Schrumpfen. Cool dachten sich meine Affen im Kopf und schmissen eine dicke Party. Nun sind seitdem letzten CT im April knapp 4 Monate vergangen.

Nun habe ich mehr zu verlieren als zu gewinnen. Die Angst, das dieser Heilprozess des Körpers aus irgendwelchen Gründen aufgehört hatte wuchs in mir, wie eine Inception. Die Angst wurde durch über 2.5 kg Gewichtsverlust im Letzten Monat auch körperlich sichtlich. Ich wusste selbst, ich muss aufpassen, da die Waage mir 56.8 zeigt. War ich doch mal bei 59.5 – 60.5 kg eine ganze Zeit lang. Ich hatte keinen bis gar keinen Appetit. Ich musste mich also nicht wundern.

Zwänge und ihr Umgang

Mir ist aufgefallen, dass es Zwänge von außen sind die Stress auslösen. In unterschiedlichster Form äußern sie sich. Um sie zu lösen ist unnötiger Energieaufwand betrieben werden muss. Kraft, die an wichtigeren Baustellen eingesetzt werden könnte. Oder auch schon im Vorfeld, durch direktes Nachfragen, vermieden werden könnten. Es ist oft die einfachste Frage, wird selten mit echtem Interesse gestellt:

„Wie geht es dir?“ „Was möchtest du?“

So geht es mir, das möchte ich. Echtes Interesse und die volle Aufmerksamkeit. Eine ehrliche Meinung. Zuhören, was ich zu sagen haben.

In meiner Beziehung bestimmen mittlerweile diese Zwänge den Verlauf meines Lebens. Nun sind krankheitsbedingt, neue Zwänge sind dazu gekommen. Ich muss mich alten Zwängen stellen.

Zieht mal die Sicht aus meiner grünen Brille rein. „Denn eigentlich könnten wir uns alle freuen über die Zeit die mir noch bleibt und die Menschen die mich umgeben. Die Tage Nutzen die uns verbleiben, als Gemeinschaft genießen. Das Leben lieben. Erinnerungen schaffen, die unvergessen bleiben.

Man merkt bei der Fragestellung schon ob jemand ein Interesse an einem hat oder nicht.Alleine ob jemand einen in die Augen blickt dabei oder nicht. Wo er hinschaut, auf den Boden oder dir auf Augenhöhe begegnet. Die Wahrnehmung hat sich auf Dinge verschärft, die im Alltag der Zwänge verloren gehen.

Bei manchen sind diese Zwänge künstlich geschaffen, manche wurden von ihnen ein Leben lang geprägt und manche können gar nicht auf die Bremse treten um ohne diese Zwänge zu leben.

Wichtig ist es, den Kranken mal zu fragen, was er denkt, fühlt und will. Auch wenn dieser sich schon verhält, als wäre die Welt in Ordnung. Was bleibt einem anderes übrig als mit der Krankheit fortan weiter zu leben. Das Leben mit ihr zu gestalten, dass dieses weiterhin lebenswert und erfüllend bleibt, liegt auch in der Verantwortung der Umwelt und den Umgang mit ihren Zwängen und den Menschen, die unmittelbar davon betroffen sind.

CT zu CT

Welt der Ideen und Träume

Ich konnte dies auch sehr lange nicht. Ich rannte erst dem Erfolg hinterher,Nun hangle ich mich von CT zu CT und genieße Moment für Moment. Versuche die Zeit kreativ zu Nutzen, mit Dingen die mir gut tun zu gestalten.

Meine Auszeiten sind zu meinem und unserem gemeinsamen Glück, Erinnerungen zu schaffen.

Mir ist auch bewusst, dass mein Krankheitsverlauf ganz anders als bei einem Patienten ist, der mit der Bazooka auf sich gerichtet behandelt wird, dass ist mir absolut bewusst. Ich bin froh, diese Erfahrung nicht machen zu müssen. Ich konnte mit vielen Menschen reden, von manchen musste ich bereits Abschied nehmen und manche hoffe ich kann ich hiermit helfen, sich in mich hinein zu versetzen.

Ich habe genügend Abstand gewonnen zu all den Emotionen in mir. Doch bei manchen Gesprächen mit Leidensgenossen, lassen sich manche vulkanartigen Gefühlsausbrüche immer noch nicht ganz vermeiden. Also lasse ich den Niagarafällen ihren freien natürlichen Lauf.

Ansonsten komme ich in meinem Alltag, mittlerweile wieder, ganz gut klar. Noch nicht optimal, aber es wird besser. Mittlerweile ist der Staubsauger auch nicht mehr stärker als ich. Ich kann mich am Haushalt beteiligen. Ihn komplett zu übernehmen, ist das Ziel. Die Erwartungshaltung aber bereits anwesend. Habe ich Bock darauf nicht wirklich. Aber ein Zwang. Die Schuld der Vergangenheit verpflichtet. Wenn mich jemand fragen würde, Bloggen oder Putzen? Ihr wisst was ich sagen will.

Ich bin froh wieder mich Beteiligen zu können, versteht mich nicht falsch, für eine erfüllende Lebensaufgabe reicht das aber nicht. Selbst mit Krebs nicht. Aber da denkt jeder, je nachdem wie er aufgewachsen, erzogen und geprägt ist, anders. Ich bin ein Kind des Ghettoblasters und der Welt des Internets.

Im Alltag mit Krebs zu leben, bedeutet für mich, auf mich zu achten. Ganz Besonders mit dem abgefuckten Krankheitsbild. Ich muss bewusster mit mir selbst umgehen. Ein krasser Lernprozess für mich, da ich mir ziemlich egal war bisher.

Da ich es auch gewohnt bin, immer zu dienen und irgendwie zu gehorchen. Habe ich es auf diesen Wege bereits versucht. Meist schlecht als recht, zumindest ist es dass was der Buschfunk erzählt. Aber auch meine grüne Brille auf meine berufliche Karriere, zeigt nur mir den wahren Wert meines Lebensweges. Mit ein wenig mehr Glück im nächsten CT schaffe ich es vielleicht bald darüber zu schreiben.

Der Blog als

mein Totem

Mein Totem

Ich kann nur sagen, Ich lebe noch und will diese Chance mehr als nur ergreifen. Meinen Einsatz erhöhen und in der Zeit, die mir noch verbleibt, unabhängig von der Krankheit und den folgenden CT`s, mich weiterhin auf mich und das Konzentrieren was zählt, meine Familie. Deswegen muss ich die Balance nun zwischen Berufung und Familie finden. Damit meine Waage im Gleichgewicht pendelt.

Daher ist ein CT mittlerweile ein Stück weit egal geworden, wenn ich die Zeit nicht nutze, bringt sie mir eh nichts. Daher ist mein CT in Zukunft immer grau. Ich bin vorbereitet, wenn es nicht gut ist. Ich kann es verarbeiten, für mich alleine und wenn ich will mit euch, hier auf diesem Blog oder nie online stellen.

Diese Möglichkeit und Entscheidungsfreiheit zu haben bedeutet mir sehr viel. Da ich in dem Jahr, wo ich mich kaum bewegen konnte, kaum Entscheidungen tragen wollte. Gerne unchillige Entscheidungen abgegeben habe. Alles unnötiger Ballast, dachte ich mir vor nicht all zu langer Zeit. Nun will ich und muss ich mich, der Vergangenheit und ihren Dämonen stellen.

Lange habe ich darüber gegrübelt, wie ich all den Dämonen entgegen treten soll. Nun, nach 15 Monaten Krebs, freue ich mich über diese Aufgabe. Ein Blog als Projekt. Eine Aufgabe mit Sinn und viel Rückenwind aus meinem Netzwerk.

Diese erfüllende Aufgabe nun zu haben, wird mir einige Tonnen Ballast nehmen.

Auf das Gesund werden zu konzentrieren, ist der Job eines Kranken. Ich möchte parallel dazu, aber auch wieder was starten. Um eine erfüllende Aufgabe zu haben. Denn für mich geht es auch nach einem Schwarzen Tag im CT in der Grauzone Leben weiter. Denn mein Leben ist nun umgeben von einem grauen Nebelschleier. Hier in der Grauzone muss ich nun lernen, meinen Weg zu finden. Mein Netzwerk spendet mir das Licht.


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Über das Ergebnis vom CT am 03.08.2021 im Nordklinikum Nürnberg, werde ich berichten.

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